Geleitwort des ehem. Präsidenten

Geleitwort des ehemaligen Präsidenten

Wolfgang Kerstiens

Nachweislich 400 Jahre besteht unser Bürgerschützenverein, in Wirklichkeit wird unser Ver-ein aber wohl noch älter sein, dafür fehlen aber die dokumentarischen Beweise. Aus dem Jah-re 1604 stammt der älteste Schild der Bürgerschützenkette, der berühmte Vogel. In dieser Zeit regierte der Fürstbischof Ernst (1585–1612). Das war die Zeit, wo die westlichen Grenzlande des Fürstbistums Münster arg zu leiden hatten unter den Plünderungen und Brandschatzungen der spanischen und holländischen Truppen im holländischen Freiheitskrieg von 1566-1648, der mit dem Westfälischer Frieden von Münster/Osnabrück endete. Die Gefahren, die den Einwohnern aus diesen Wirren erwuchsen, zwangen die Bürger zum Schutze von Hab und Gut zu engerem Zusammenschluss zwecks gemeinsamer Abwehr von Überfällen. Geistliche und weltliche Behörden unterstützten den Zusammenschluss. So dürfte auch in diese Zeit der „Ur-Anfang“ des Bürgerschützenvereins fallen.

Dieser Blick in die Vergangenheit des Vereins sollte uns Heutigen die Kraft geben, die Ideale des Bürgerschützenvereins in abgewandelter Form hochzuhalten. Wir sollten sie auch dann hochhalten gegenüber modernen Anfechtungen, wenn es heißt, dass Schützenvereine, das Brauchtum überhaupt, dass Liebe zur Tradition, dass Geschichte, dass Heimatsinn überholte, verstaubte Dinge seien.

Im Wandel der Zeit sind die ursprünglichen Aufgaben, das Schützen, das Beschützen, vol-lends den geselligen Aufgaben der Schützenvereine gewichen. Trotzdem ist in der heutigen Zeit der großen Umwälzungen das stabilisierende, das sich auf das Erbe früherer Generatio-nen stützende Verhalten von großer Bedeutung. Ich glaube, ja ich bin mir sicher, dass durch die heutigen Schützenvereine, die das Brauchtum und die Heimatliebe pflegen, die besten Garantien auch für eine menschlich gestaltete Zukunft gegeben sind. Wenn unser Verein oder ein anderer Schützenverein mangels Interesse aufhören würde zu bestehen, dann würde die Welt weitergehen, aber sie würde ein wenig ärmer werden, ärmer um eine Institution, die in all den Jahren ihrer Geschichte – und davon gibt das Festbuch unseres Vereins Zeugnis – den Schützenbrüdern und ihren Familien viel Freude, viele menschliche Kontakte und ein Zu-sammengehörigkeitsgefühl vermittelt hat.

Ein Wort des Dankes möchte ich an die Gemeinde Neuenkirchen richten, die uns für unsere Jubiläumsfeier den Park der Villa Hecking zur Verfügung gestellt hat. Danken möchte ich auch allen, die an den Vorbereitungen für dieses Ereignis mitgewirkt haben. So wünsche ich dem Bürgerschützenverein von 1604 weiterhin

VIVAT – CRESCAT – FLOREAT
Wachse, blühe und gedeihe er auch in Zukunft.

 

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