Stefan Kösters regiert die Bürgerschützen (25.06.2017)

Sonntag, 25. Juni 2017 – 13:29 Uhr

von Nina Oley

Stefan Kösters regiert die Bürgerschützen

Es war tatsächlich ein Schützenkrimi, der sich am Freitagabend im Park der Villa Hecking abspielte. Erst der 293. Schuss – eine wirklich ungewöhnlich hohe Zahl für den kleinen Verein – brachte die Gewissheit: Stefan Kösters ist neuer König des Bürgerschützenvereins 1604. Um 21.59 Uhr holte er im Scheinwerferlicht den störrischen Vogel von der Stange, den in diesem Jahr zum ersten Mal Michael Schraeder gebaut hatte.

Ein Überraschungs-König

Wieder und wieder lud Schießmeister Alexander Kerstiens das Gewehr, wieder und wieder schossen die Schützenbrüder, doch das hartnäckige Holztier wollte einfach nicht fallen, auch nicht, als es langsam dunkel wurde und der am Nachmittag festgestellte Kinderkönig Theo Schraeder (mit Kinderkönigin Sophia Hubert) verkündete, es würde doch nun mal Zeit werden, dass jemand den Vogel abschösse.

„Der ist wirklich stabil, das wird ein langes Schießen“, hatte Präsident Dirk Ruhwinkel bereits kurz nach Beginn des Wettbewerbs um halb sieben prophezeit. Dass es allerdings so lange dauern und so spannend werden würde, damit hatte niemand gerechnet – genauso wenig wie mit Kösters als Sieger, der selber auch zunächst gar nicht geplant hatte, draufzuhalten. Am Ende ging er aber trotzdem gegen zwei seiner Schützenbrüder ins Stechen und bewies ein gutes Auge und eine ruhige Hand.

Als die letzten Reste des widerspenstigen Holzvogels aus dem Kugelfang herabfielen, war der Jubel entsprechend groß und Kösters ließ sich von seinen Schützenbrüdern ausgiebig feiern. „Mit Stefan haben wir ein langgedientes Vereinsmitglied als König, und du wirst ein guter König werden“, freute sich Ruhwinkel über die neue Majestät an der Spitze der Bürgerschützen. Kösters tritt damit die Nachfolge von Oliver Keßler an, der das Zeichen der Amtswürde, die schwere Königskette, nach dem Schießen schweren Herzens ablegen und in der Brennerei Niehues an Kösters übergeben musste. Keßler hatte den Verein mit seiner Frau Astrid angeführt, die am Freitag ebenfalls Abschied von ihrer Krone nehmen musste.

Das kleine Diadem nahm der Präsident allerdings erstmal in Verwahrung: Kösters stand bei der Proklamation noch keine Königin zur Seite, was für den Verein aber kein Problem war – den Ehrentanz absolvierte der neue König ganz einfach mit seiner Ehrendame Melanie Ruhwinkel, während die zweite Ehrendame Maria Schraeder und Hofmarschall Jörg Ruhwinkel mitschunkelten.

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Oliver Keßler regiert die Bürgerschützen (05.06.2016)

Sonntag, 5. Juni 2016

von Stefan Kösters

Oliver Keßler regiert die Bürgerschützen

Die Bürgerschützen sind immer für eine Überraschung gut. Der Vogel war beim Schützenfest am Samstagnachmittag im Park der Villa Hecking für mindestens 180 Schuss nominiert. Hat nicht geklappt. Er fiel nach gerade einmal 23 Schuss. „Ich glaub’s ja nicht“, entfuhr es dem perplexen Schützen Robert Hörsting. Er ließ sich auch halbherzig auf die Schultern der Offiziere heben. Aber es passte nicht. Der Vorstand steckte die Köpfe zusammen und traf eine Entscheidung.

Ein neuer Vogel musste her

Alles zurück auf Anfang. „Wir sind nur ein kleiner Verein. Dennoch hatten wir nicht einmal einen kompletten Durchgang der Schützen. Das geht nicht“, kommentierte der zweite Vorsitzende und aktuelle Kaiser Harald „Harry“ Ruhwinkel. „Ich wollte im Anfang einmal mitschießen, aber sicher nicht, um den Vogel runter zu holen“, sagte Hörsting. „Ich wollte auch aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr keinesfalls König werden“. In gut einer Stunde bauten Wilhelm Ruhwinkel und Michael Schraeder einen neuen Vogel, und weiter ging’s. 19.33 Uhr: 71 Schuss später fiel auch er – Oliver Keßler schwebte nun richtig auf den Schultern der Offiziere.

Das Fest hatte am Nachmittag wie üblich mit einem gemütlichen Familienfest begonnen. Mit Kaffee und Kuchen für die Erwachsenen, einem Kinderfest für die Kleinen. Mit Zielwasserspritzen auf Luftballons, Dosen- und Hufeisenwerfen, präzisem Schießen auf eine Torwand, Ketten-Karussell und Hüpfburg. Und als Höhepunkt das Kinderschützenfest, bei dem die Mädchen zuerst, danach die Jungs mit Holzscheiten auf einen Styropor-Vogel warfen. Gut 40 Kinder zwischen zwei und 14 traten an. Ella Ruhwinkel (8) und Tim Niemeyer (9) setzten sich durch und lösten das Kinderkönigspaar von 2015, Greta und Theo Ruhwinkel, ab.

Proklamation unter freiem Himmel

Die Proklamation der jungen wie auch der erwachsenen Könige fand nach Schließung der Gaststätte Lorenbeck zum zweiten Mal bei schönstem Wetter unter freiem Himmel statt. Mit Begleitung der Blaskapelle Neuenkirchen marschierten die neuen Majestäten und die Vereinsmitglieder in den Innenhof des Landhauses Brennerei Niehues.

Dort wurden sie alle inthronisiert, die Majestäten von 2016, Kinder wie Erwachsene. Sie mussten ihre Ketten und Diademe an den Vorsitzenden Dirk Ruhwinkel abgeben, der sie den neuen Majestäten laudabel überreichte. Königin Astrid und König Oliver Keßler wählten Andrea Ruhwinkel (amtierende Kaiserin) und Edith Ott zu ihren Ehrendamen. Als ihren Hofmarschall erkoren sie Thomas Hovekamp.

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Kleine Rochade im Vorstand der Bürgerschützen (02.02.2016)

Dienstag, 2. Februar 2016

von Stefan Kösters

Kleine Rochade im Vorstand der Bürgerschützen

„Staffelübergabe des Kapitäns Harald Ruhwinkel an den bereits vor vier Jahren auserkorenen Nachfolger Dirk Ruhwinkel“, so betitelte Schriftführer Nico von Royen bei der Generalversammlung der Bürgerschützen 1604 am Freitag den Wechsel der Präsidenten. „Doch der Lotse Harald verlässt die Brücke noch nicht. Er tritt ein wenig beiseite und bleibt für weitere zwei Jahre als Vizepräsident an Bord.“

Von Royen dankte Harald „Harry“ Ruhwinkel für die „erfrischende Leitung eines so alten Vereins“: „Du hast dem Vereinsleben Deinen Stempel aufgesetzt, hast den Verein nach außen salopp, aber innen mit klaren Zielen geführt, die Wünsche der jungen Generation optimal mit den Bedürfnissen der älteren Semester in Einklang gebracht. Nicht nur Königs-, sondern Kaiserklasse“, bescheinigte er dem amtierenden Kaiser.

Neue Konstellation funktioniert

Das Familienfest, die Kombination des Schützen- mit dem Kinderfest, habe sich bewährt und werde in diesem Jahr im Juni genauso geplant. Die neue dreiteilige Konstellation nach der Schließung des Vereinslokals Lorenbeck hat funktioniert: Familienfest im Park der Villa Hecking mit Alfons Lorenbeck als Caterer, anschließend Proklamation in der Brennerei Niehues sowie der Königsball am Tag darauf in Wilminks Parkhotel. „Back to the roots“, bemerkte Nico von Royen – bis in die Sechzigerjahre war der „Schützenhof Kuhnt“, Wilminks Vorgänger, Vereinslokal der Bürgerschützen.

Das Schützenfest der Bürgerschützen findet in diesem Jahr vom 3. bis 5 Juni statt. Wie gehabt: Am Freitagnachmittag Kinderschützenfest und anschließend das Königsschießen im Park der Villa Hecking, anschließend Proklamation in der Brennerei Paul Niehues. Königsball am Samstag in Wilminks Parkhotel, der sonntägliche Frühschoppen nach dem Kirchgang und der Kranzniederlegung wieder in der Brennerei Niehues.

Zünftiger Grillabend

Sie feiern traditionsgemäß keinen Karneval, dafür einen „Bürgerausmarsch“. Wie auch im vergangenen Herbst geht es per Fahrrad zum Hof Hambrügge in Landersum, auf dem ein zünftiger Grillabend auf alle Teilnehmer wartete. Manchmal feiern sie statt des Ausmarsches ein rauschendes Oktoberfest, das bisher dreimal bei Lorenbeck für Furore sorgte. In diesem Jahr nicht, es wird wieder einen Ausmarsch per Pedes oder Fahrrad geben.

Weitere Wahlen: Geschäftsführer und Kassierer bleibt Thomas Hovekamp. Claus und Theo Naarmann hatten die Kasse geprüft. Als Kassenprüfer für das kommende Jahr wurden Waldemar Schiltz und Wolfgang Kerstiens gewählt.

buergerschuetzen1604.de