Neuer Rekord beim Vogelschießen (MV – 19.06.2026)

Michael Specking König der Bürgerschützen

Ein wenig Erleichterung herrschte doch, als Schießmeister Ulrich Mammes am Samstagabend um 21.34 Uhr das Gewehr entlud, noch schnell die Strichliste überschlug und es amtlich machte. Die 481. Patrone war es, die den Bürgerschützen von 1604 am vergangenen Wochenende einen neuen König bescherte.

Münsterländische Volkszeitung 18.06.2026

Von der Garde und Präsident Sebastian Kreyenschulte umjubelt, wurde König Michael Specking im Park der Villa Hecking gefeiert.

Von der Garde und Präsident Sebastian Kreyenschulte umjubelt, wurde König Michael Specking im Park der Villa Hecking gefeiert. | Foto: privat

Sechs Stunden Dauerbeschuss, fast ohne Pause, hatte der hartleibige Holzvogel stoisch ertragen, bis er seinen angestammten Platz am mobilen Kugelfang des Manitou-Krans von Willi Ruhwinkel im Späneregen endlich freigab.

Das neue Königspaar der Bürgerschützen heißt Michael und Claudia Specking.

Das neue Königspaar der Bürgerschützen heißt Michael und Claudia Specking. | Foto: Privat

Was ist denn da los bei den Bürgerschützen? Beim zweiten Königsschießen in Folge über 400 Schuss, bis der Vogel fällt? Und das beim kleinsten Neuenkirchener Schützenverein. Tatsache: Knapp 40 Schützen setzten dem Hartholz aus den bewährten Händen vom vereinseigenen Vogelbauer Michael Schraeder am vergangenen Samstag immer wieder zu. Zuletzt rangen noch fünf Aspiranten in einem spannenden Wettstreit um die Königswürde, die Michael Specking schließlich für sich entschied. Ein neuer Rekord für die Bürger, der den des Jahres 2024 noch einmal in den Schatten stellte.

Danach konnten die rund 100 versammelten Mitglieder, Familien und Gäste, die im Park der Villa Hecking zusammengekommen waren, erst einmal durchatmen und sich auf die Proklamation freuen. Präsident Sebastian Kreyenschulte rief Michael Specking als neuen König aus, der seine Frau Claudia zur Königin wählte, und dankte seinem Vorgänger Frederik Ott und seiner Königin Mara Hedicke für die vergangenen zwei Jahre Bürgerschützen-Regentschaft. Im Namen der Abordnungen der Neuenkirchener Schützenverein gratulierte auch Philipp Saße dem neuen Königspaar. Für den neuen König wurde es nach vielen Horridos und Ehrentänzen ein ganz besonderer Abend. Der gebürtige Neuenkirchener war viele Jahre als Hoteldirektor international tätig gewesen und nach Eintritt in den Ruhestand wieder in seine alte Heimat zurückgekehrt. Und auch seine drei Söhne, die im vergangenen Jahr den Bürgerschützen beitraten, waren gekommen, um mit ihrem Vater zu feiern.

Michael Specking jr. und Romy Naarmann sind das neue Kinderkönigspaar.

Michael Specking jr. und Romy Naarmann sind das neue Kinderkönigspaar. | Foto: Privat

Dass die Schützenfamilie Specking noch mehr Grund zum Feiern hatte, hatte sich bereits am Mittag angekündigt. Da nämlich fand das Kinderschützenfest, organisiert von Harald Ruhwinkel und Thomas Kerstiens, statt. Dabei vollführte Michael Specking junior, der gleichnamige Enkel des neuen Bürger-Königs, den Königswurf. Neue Kinderkönigin wurde Romy Naarmann. Bürger-König und Kinder-König im selben Jahr und aus derselben Familie? Das hatte es bei den Bürgerschützen bisher nicht gegeben.

Das diesjährige Schützenfest schlug aber auch in anderer Hinsicht ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte auf. Seit der Generalversammlung im Januar gehören sechs Frauen dem ältesten Neuenkirchener Verein an. Und die ließen es sich nicht nehmen, erstmals auf den Vogel anzulegen. Passend dazu trug die achtjährige Sofia Kerstiens einige Verse vor, die sich mit der neuen Rolle der Frauen im Neuenkirchener Traditionsverein beschäftigten.

Der Sonntag begann mit dem gemeinsamen Kirchgang. Bürgerschützen-Geschäftsführer Ulrich Hagemann hielt die Festpredigt. Bei einer Kranzniederlegung am Ehrenmal gedachten die Bürgerschützen ihrer Verstorbenen, darunter den Königen der Jahre 1966, 1979, 1990 und 2017. Den anschließenden Frühschoppen, wieder im Park der Villa Hecking, bereicherten heitere Beiträge. Gesang, Gedichte und allerlei launige Darbietungen sorgten für einen vergnüglichen Ausklang des Bürgerschützenfestes.

Schützenfest 2026

Vom 12. bis 14. Juni 2026 lädt der Bürgerschützenverein von 1604 e. V. wieder zum traditionellen Schützenfest in den Park der Villa Hecking ein. Freuen Sie sich auf ein Wochenende voller Gemeinschaft, guter Gespräche und gelebter Tradition. Beim Königsschießen wird der Nachfolger unseres Königspaares Frederik und Mara ermittelt, bevor die Proklamation und der festliche Tanzabend für einen besonderen Höhepunkt sorgen. Mit Familientag, Frühschoppen und vielen Begegnungen in geselliger Atmosphäre ist für Jung und Alt etwas dabei. Gäste sind jederzeit herzlich willkommen – schauen Sie vorbei und feiern Sie mit uns!

Wir trauern um Georg Klesse

Der Vorstand trauert um Georg Klesse.

Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod von Georg Klesse erfahren. Wir verlieren einen geschätzten Menschen, der mit unserem Schützenverein eng verbunden war. Sein Wirken und seine menschliche Art werden uns in dankbarer Erinnerung bleiben.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Wir werden Georg Klesse ein ehrendes Andenken bewahren.

Stefan Kösters verstorben

Der Bürgerschützenverein trauert um Stefan Kösters, der im Jahr 2017 die Königswürde erlang. Stefan Kösters hat sich in unserem Verein immer gern engagiert, vor allem in der Pressearbeit und in der Fotodokumentation. Seine freundliche, zugewandte Art und seine Aufrichtigkeit werden wir gern in Erinnerung behalten.
Er wird uns fehlen.



Der Vorstand

Erstmals Frauen im Schützenverein (MV – 23.01.2026)

Intensive Diskussion bei den Bürgerschützen 1604

In der lokalen Schützenlandschaft hat es mit der Generalversammlung der Bürgerschützen 1604 ein Novum gegeben. Erstmals hat der älteste Schützenverein von Neuenkirchen sechs Frauen aufgenommen.

Nach intensiver Debatte waren sich die Bürgerschützen einig: Frauen dürfen Mitglieder sein und mitschießen. | Foto: Bürgerschützen 1604

Gleichstellung unter der Vogelstange? Wenn von Frauen als Mitgliedern im Schützenverein die Rede war, musste man bisher außerhalb der Gemeinde schauen, nach Emsdetten oder Rheine-Gellendorf. Im Rahmen der Generalversammlung am vergangenen Freitag sorgte der Bürgerschützenverein 1604 e.V. aber nun für ein Novum in der Neuenkirchener Schützenlandschaft.

Die Sitzbänke im Gastraum von Wilminks Parkhotel waren gut gefüllt, als Präsident Sebastian Kreyenschulte die teils von weither angereisten Bürgerschützen durch die gut dreistündige Versammlung führte. Und verkündete, dass der älteste Schützenverein nun auch der erste in Neuenkirchen ist, der Frauen aufgenommen hat.

Ein Novum nach intensiver Debatte

Nach einer intensiven Debatte beschloss die Generalversammlung die Aufnahme von sechs Frauen – ein Novum in der jahrhundertealten Schützengeschichte: Ella Ruhwinkel, Carlotta Kessler, Greta Ruhwinkel, Louisa Ott, Anni Ruhwinkel, Emma Ruhwinkel. Außerdem wurden bei den Männern Marvin Mazerath, André Krusenbaum, Hans Ruhwinkel sowie Klaus Hambrügge-Hubert als neue Mitglieder im Bürgerschützenverein begrüßt. Die Mitgliedersituation sei erfreulich: Zwei Austritten stehen zehn Aufnahmen gegenüber; so viele wie kaum zuvor innerhalb eines Jahres, heißt es vonseiten des Vereins. Die Bürgerschützen werden also künftig jünger – und nun auch weiblicher.

„Die Frage, ob Frauen bei den Bürgerschützen aufgenommen werden sollten, gibt es tatsächlich schon seit einigen Jahrzehnten“, gibt Sebastian Kreyenschulte Auskunft auf Nachfrage unseres Medienhauses. „Zum ersten Mal ist die Frage im Jahr 1999 gestellt worden und noch einmal in den späten 2000er-Jahren. Das Thema begleitete uns also schon seit zwei Generationen.“

Allerdings, hebt Kreyenschulte hervor, werden die Frauen des Vereins schon immer eingebunden, eine Trennung gibt es nicht. Es folgte eine konstruktive Debatte bei der Generalversammlung, bei der vor allem praktische Fragen im Vordergrund standen: Wie deklariert man den König, wenn eine Frau den Vogel abschießt? Wird sie weiterhin Königin genannt? Aber wie soll man dann wissen, wer im Königspaar den Vogel abgeschossen hat?

Kein Vogelschießen hat auch sein Gutes

Im weiteren Verlauf der Versammlung, nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Schützenbrüder und Ehefrauen, nahm der umfangreiche Bericht des Schriftführers, Nico von Royen, die Bürgerschützen mit auf einen humorvoll-pointierten Rückblick ins vergangene Jahr, berichtet der Schützenverein. Ein Schützenfest ohne Vogelschießen war es gewesen. Das habe aber auch sein Gutes gehabt: Man habe so die weite Rasenfläche im Park der Villa Hecking vor dem schweren Gerät der Firma Ruhwinkel geschont, bemerkte der Berichterstatter mit einem Augenzwinkern. Spuren hinterlassen hätte stattdessen die Regentschaft des „Hannoveraner Königspaars“, Frederik Ott und Mara Hedicke, die in ihrer zweijährigen Amtszeit dem alten Traditionsverein einen ganz eigenen – jungen – Stempel aufgedrückt hätten. Von Royen erinnerte an die vielen Höhepunkte des vergangenen Jahres: an den Ballabend in der Gaststätte Clemenshafen, dessen Örtlichkeit goldrichtig gewählt gewesen sei, an die Predigt des Bürgerschützen-Geschäftsführers Ulrich Hagemann im Hochamt, an den anschließenden „politischen Frühschoppen“ mit Bürgermeister und Bürgermeisterkandidatin, ebenso an den Bürgerausmarsch im Herbst, der per Rad zum Tontaubenschießen an die Schießanlage in Rothenberge führte.

Präsident Sebastian Kreyenschulte ehrte im Rahmen der Versammlung Moritz Ruhwinkel für 25-jährige Mitgliedschaft. | Foto: Bürgerschützen 1604

Geschäftsführer Ulrich Hagemann erläuterte anschließend die finanzielle Situation des Vereins und wusste Erfreuliches zu berichten. Durch die Anhebung der Mitgliedsbeiträge und einige großzügige Spenden stehe die Einnahmenseite der Bürgerschützen auf soliden Füßen. Aus den erwirtschafteten Überschüssen werden Rücklagen gebildet, die für das 425. Jubiläum genutzt werden, das der Verein 2029 begeht. Die Kassenprüfer bescheinigten anschließend eine ordnungsgemäße Kassenführung.

Alle Blicke richten sich aufs Jubelfest

Die anschließenden Wahlen dienten dazu, die Weichen an der Vereinsspitze für die kommenden Jahre zu stellen. Dabei haben die Bürgerschützen vor allem ihr großes Jubelfest 2029 vor Augen. Mit Blick auf diese Aufgaben bestätigte die Generalversammlung Sebastian Kreyenschulte einstimmig für weitere drei Jahre im Amt des Präsidenten. Außerdem wurde Frank Lecke zum neuen Kassenprüfer gewählt. Er wird gemeinsam mit Andreas Naarmann die Kasse prüfen. Im Jubiläumskomitee werden sich künftig zwei Vorsitzende die Arbeit teilen: Thomas Hovekamp und Harald Ruhwinkel.

Ein Dank galt abschließend Karl Hagemann, der vor 21 Jahren die Idee hatte, eigeninitiativ ein Königsessen ins Leben zu rufen. Hagemann war es darum gegangen, jährlich möglichst viele Bürgerschützenkönige zusammenzubringen, um die Bindung der Könige über das Schützenfest hinaus zu festigen. Schon längst ist das Treffen eine feste Größe im Kalender der Bürgerschützen geworden. Im vergangenen Jahr hatte der langjährige Organisator angekündet, die Veranstaltung in jüngere Hände legen zu wollen: Harald Ruhwinkel wird in die Fußstampfen seines Vorgängers treten und künftig das Königsessen ausrichten.

Und dabei wird vielleicht in ein paar Jahren erstmals eine Frau als diejenige dabei sein, die den Königs-, pardon. Königinnenvogel der Bürgerschützen abgeschossen hat.

Schützenfest 2025

Ein Schützenfest ohne Schießen – und doch voller Herz und Tradition
Bürgerschützenverein von 1604 e.V. feierte ein atmosphärisch dichtes Festwochenende


Neuenkirchen. „Ein Schützenfest ohne Schießen – ist das überhaupt ein richtiges Schützenfest?“ Diese Frage stellen sich manche, wenn es um den traditionsreichen Bürgerschützenverein von 1604 e.V. geht. Doch wer am vergangenen Wochenende dabei war, weiß: Auch ohne Schrotgewehr war es ein Fest, das Herz, Haltung und Heimat spüren ließ – getragen von Engagement, Gemeinschaft und gelebter Tradition.

Schon vor einigen Jahren hatte der Verein beschlossen, das Königsschießen im zweijährigen Turnus stattfinden zu lassen. In diesem Jahr stand also kein Schießen an – dafür umso mehr Raum für Begegnung, Gespräche und Feierfreude.

Den feierlichen Auftakt bildete der Samstagabend im festlich geschmückten Landgasthaus Clemenshafen. König Dr. Frederik Ott, Assistenzarzt aus Hannover, hatte seine Freundin Mara Hedicke, ebenfalls Ärztin, zur Königin gemacht – und mit ihr einige enge Freunde mitgebracht. Ihr frischer, offener Auftritt und ihre Tanzfreude gaben dem Ball einen jugendlichen Anstrich – so mancher Schützenbruder sah sich plötzlich mitten auf der Tanzfläche und fand sichtbar Freude daran.

Mit besonderem Applaus begrüßt wurden Silberkönig Hans Naarmann mit seiner Edith sowie Kaiser Thomas Hovekamp mit Gattin Ria. Der Sektempfang im sommerlich blühenden Garten leitete einen festlichen Abend ein.

Nach dem stilvollen Dinner ließ König Dr. Frederik Ott in seiner Ansprache das zurückliegende Schützenjahr mit persönlichen Einblicken und humorvollen Erinnerungen Revue passieren. Sein Vater, Dr. Michael Ott, hielt ebenfalls eine kurze Rede. Präsident Sebasian Kreyenschulte begrüßte die anwesenden Abordnungen der Vereinigten Schützengesellschaft. Ein auf dem Offlumer Schützenfest verlorene Vereinsnadel wurde für die „versteigert.

Musikalisch sorgten Harald und Andrea Ruhwinkel für beste Stimmung: Mit Ukulele und Kontrabass hatten sie auf die die Melodie des Klassikers „Don’t worry, be happy“ dem König ein Lied gedichtet – was beim Publikum für mitwippende Füße und herzhaftes Lachen sorgte.

Am Sonntagmorgen versammelte sich die Schützengemeinschaft zum Kirchgang in der St.-Anna-Kirche. Ulrich Hagemann, Pastoralreferent des Bistums Münster, schlug in seiner Predigt eine bemerkenswerte Brücke zwischen dem Schützenwesen und dem Kreuzbund, der in dieser Messe ebenfalls präsent war und sein Patrozinium feierte. In eindrücklichen Worten würdigte er das Engagement beider Gemeinschaften für Verbundenheit, Orientierung und gegenseitige Stärkung.

Anschließend zog der Verein zum Ehrenmal, wo in einer würdevollen Zeremonie ein Kranz niedergelegt und der Verstorbenen gedacht wurde. Begleitet von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr setzte sich der Festzug dann in Bewegung Richtung „Königliche Gärten“ am Pastorskamp – dem Garten des großelterlichen Hauses von Wilma Ruhwinkel. Willi Ruhwinkel jr. hatte das Gelände mit viel Herzblut und einem großen Kran in einen liebevoll hergerichteten Festplatz verwandelt.

Beim Frühschoppen sorgte die Freiwillige Feuerwehr mit Blasmusik für musikalische Unterhaltung. Auch für die jüngsten Gäste war gesorgt: Beim Kinderschützenfest holten Jakob Averesch und Paula Schüring mit viel Geschick den Styropor-Vogel vom Baum und wurden unter großem Jubel als Kinderkönigspaar gefeiert.

Ein besonderer Programmpunkt war der musikalische Beitrag von Dr. Jörg Ruhwinkel, der seine Liebe zur Tennisikone Steffi Graf besang und mit dem „Nussschüssel-Blues“ für allgemeine Erheiterung sorgte.

Zum Abschluss zeigte sich der Vorstand hochzufrieden. „Wir sind der kleinste Schützenverein in Neuenkirchen – und vielleicht gerade deshalb kommt es bei uns auf jeden Einzelnen an“, betonte Sebastian Kreyenschulte. Der Vorsitzende würdigte das große Engagement vieler Schützenbrüder, die mit Hingabe, Handarbeit und Herzblut ein familiäres Fest gestaltet hatten.

Und so bleibt die eingangs gestellte Frage unbeantwortet – oder vielleicht besser: überflüssig. Denn was sich an diesem Wochenende zeigte, war, dass ein Schützenfest ohne Schießen sehr wohl ein echtes Schützenfest sein kann – wenn das Miteinander stimmt.

Feststimmung bei den Bürgerschützen (MV – 05.07.2025)

Ohne Königsschießen, aber mit Feststimmung haben die Bürgerschützen in Neuenkirchen ihr Schützenfest gefeiert.

Die Garde versammelte sich mit Königspaar Frederik Ott und Mara Hedicke zum Erinnerungsfoto.

Die Garde versammelte sich mit Königspaar Frederik Ott und Mara Hedicke zum Erinnerungsfoto. | Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirchen

Der Bürgerschützenverein von 1604 hat sein Schützenfest veranstaltet. Der Startschuss fiel am Freitag, 27. Juni, als der Garten der Königsfamilie im Pastorskamp für das anstehende Fest mit Unterstützung eines Großkrans von Wilhelm Ruhwinkel hergerichtet wurde. Viele neugierige Augenpaare beobachteten gespannt, wie die mobile Bühne, der eigens für das Schützenfest entworfene Holzboden und die Kinderhüpfburg am Kranarm in den Garten schwebten.

Raum für Begegnungen, Gespräche und zum Feiern

Auch ohne ein Königsschießen bot das vergangene Festwochenende des ältesten Neuenkirchener Schützenvereins ein breites und abwechslungsreiches Programm – mit Ball, Frühschoppen und Kinderschützenfest war für jede Generation etwas dabei. Schon vor einigen Jahren hatte der Verein beschlossen, das Schießen nur noch im zweijährigen Turnus stattfinden zu lassen. In diesem Jahr bot sich daher viel Raum für Begegnungen, Gespräche und zum Feiern.

Den festiven Auftakt bildete der Königsball am Samstagabend im sommerlich geschmückten Saal des Landgasthauses Clemenshafen. König Frederik Ott aus Hannover hatte seine Freundin Mara Hedicke zur Königin gemacht – und mit ihr enge Freunde mitgebracht, um seinen Ball zu feiern.

Applaus für frühere Regenten

Im weiteren Verlauf des Abends galt der Applaus auch früheren Regenten: Das Kaiserpaar Thomas und Ria Hovekamp sowie das Silberkönigspaar Hans und Edith Naarmann wurden besonders herzlich begrüßt. Vor 25 Jahren holte Naarmann mit dem 138. Schuss den Bürger-Vogel von der Stange und wurde damit zum ersten König der Bürgerschützen im neuen Jahrtausend gekrönt.

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Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirchen

Präsident Sebastian Kreyenschulte würdigte anschließend den Ehrengast des Abends, Irene Brink, die mit ihrem verstorbenen Ehemann Hans, dem „Herrn des Deli-Theaters“, als Königin und Kaiserin viele Jahrzehnte den Bürgerschützenverein mitgeprägt hatte.

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Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirche

Nach dem Essen ließ „König Frederik von Hannover“ in seiner Ansprache das zurückliegende Schützenjahr und seinen „410. Glücksschuss“ mit persönlichen Einblicken und humorvollen Erinnerungen Revue passieren. Sein Vater Michael Ott, Silberkönig der Bürgerschützen im Jahr des Königsschusses seines Sohnes, erwiderte mit einer ebenso launigen Rede.

Ein herzlicher Gruß richtete sich anschließend an die Abordnungen der Neuenkirchener Schützenvereine und die Vereinigte Schützengesellschaft (VSG). Eine auf dem Offlumer Schützenfest verlorene Vereinsnadel wurde in einer spontanen Versteigerung zurückerworben. Die Einnahmen gehen als Spende an eine gemeinnützige Einrichtung in Neuenkirchen.

Ukulele und Kontrabass

Neben DJ Frank Reinke sorgten Harald und Andrea Ruhwinkel musikalisch für beste Stimmung: Mit Ukulele und Kontrabass hatten sie auf die Melodie des Klassikers „Don‘t worry, be happy!“ dem König ein Lied gedichtet – was beim Publikum für viele Lacher sorgte. Weitere, augenzwinkernde und selbstironische Beiträge, die bei den Bürgerschützen-Bällen Tradition haben, folgten.

Am Sonntagmorgen versammelte sich die Schützengemeinschaft zum Kirchgang. Bürgerschütze Ulrich Hagemann, zugleich Pastoralreferent des Bistums Münster, schlug in seiner Predigt eine Brücke zwischen Schützenwesen und Kreuzbund, der in dieser Messe sein Patrozinium feierte. Hagemann betonte das Engagement beider christlichen Gemeinschaften für Verbundenheit, Orientierung und gegenseitige Unterstützung.

Anschließend zogen die Schützen zum Ehrenmal, an dem der Vorstand einen Kranz niederlegte und der Verstorbenen des Vereins gedachte. Begleitet von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr setzte sich der Festzug dann in Bewegung zu den „Königlichen Gärten“ am Pastorskamp.

Beim Frühschoppen mit anschließendem Kaffeetrinken sorgte die Freiwillige Feuerwehr mit zünftiger Blasmusik für gute Unterhaltung. Auch an die vielen kleinen Gäste war gedacht worden: Beim Kinderschützenfest holten Jakob Averesch und Paula Schüring mit viel Geschick den Styropor-Vogel vom Baum und wurden unter großem Jubel als Kinderkönigspaar gefeiert. Ein weiterer Programmbeitrag, der „Nussschüssel-Blues“ von Jörg Ruhwinkel, sorgte für viel Heiterkeit bei den rund 80 Schützen, Ehepartnern und Gästen.

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Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirchen

Zum Abschluss des Festwochenendes von Neuenkirchens ältestem Verein zog der Vorstand eine positive Bilanz.

Präsident Kreyenschulte betonte das große Engagement der Bürgerschützen und ihrer Familien, die mit Hingabe und Einsatz ein besonders familiäres Fest gestaltet hatten, heißt es im Pressebericht.

Der Blick richtet sich auf das 425. Jubiläum (MV, 30.01.2025)

Generalversammlung des Bürgerschützenvereins 1604

Die Weichen richtig zu stellen, um schwungvoll in ein neues Schützenjahr zu starten – darum ging es in der Generalversammlung von Neuenkirchens ältestem Schützenverein.

Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Bürgerschützen (v. l.): Alexander Kerstiens, Sebastian Kreyenschulte, Nico von Royen, Matthias Hagemann, Thomas Kerstiens und Ulrich Hagemann.

Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Bürgerschützen (v. l.): Alexander Kerstiens, Sebastian Kreyenschulte, Nico von Royen, Matthias Hagemann, Thomas Kerstiens und Ulrich Hagemann. | Foto: Bürgerschützen

Präsident Sebastian Kreyenschulte eröffnete die Versammlung der Bürgerschützen von 1604 mit einem Gruß an alle Mitglieder, die ihren Weg in Wilminks Parkhotel gefunden hatten. Darunter war auch der König der Bürger, Frederik Ott, der in Hannover wohnt.

Mit launigen Worten skizzierte Schriftführer Nico von Royen in seinem Jahresbericht das zurückliegende Schützenjahr. Er erinnerte an das nervenaufreibende, bis in die Abendstunden reichende Königsschießen: Ein Schießen auf einen hartleibigen Vogel, der 410 Schützenschüsse ertrug, bevor er endlich von der Stange fallen wollte. Von Royen berichtete über die „wieder aufgekeimte Begeisterung am Wettkampf unter der Vogelstange“, bei der sich rechnerisch über zehn Prozent der Mitglieder zum Königsschuss die Flinte gegenseitig aus der Hand genommen hätten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bürgerausmarsch wurde gut angenommen

Besondere Erinnerungen habe auch der Open-Air-Gig mit Livemusik der Band „Roomservice“ von Schützenbruder Jörg Ruhwinkel hinterlassen. Der Auftritt sei nach den Aufbauarbeiten zum Königsschießen im Park der Villa Hecking von kurzer Hand improvisiert worden. Ebenso positiv angenommen worden sei der gut besuchte Bürgerausmarsch, den die Schützen im vergangenen September ins Kloster Bentlage unternommen hatten. Von Royens Fazit: Ein „fulminantes Schützenjahr als bester Beweis für das lebendige Vereinsleben“ liege hinter den Bürgerschützen.

Geschäftsführer Ulrich Hagemann schlug im Namen des Vorstands vor, den Jahresbeitrag von 55 auf 75 Euro zu erhöhen. Die Mitgliederversammlung folgte diesem Vorschlag. Die zunehmenden Kosten für die Feste der Bürgerschützen, verursacht vor allem durch Ausgaben für die musikalische Begleitung, könnten nur auf diese Weise abgefangen werden.

Festkomitee gründen

Der Vorstand wird künftig durch den neuen Beisitzer Benedikt Möllering unterstützt. Zum Kassenprüfer wurde Andreas Naarmann gewählt, der für den ausscheidenden Thomas Kerstiens nachrückt. Stephan Willers bleibt noch ein weiteres Jahr in dieser Funktion.

Mit Blick auf das bald anstehende Jubiläumsjahr beschloss die Versammlung, ein Festkomitee zu gründen, das von Harald Ruhwinkel geleitet werden wird. Zum 425. Bürgerschützenjubiläum im Jahr 2029 wollen die Bürgerschützen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen. Das Jubiläum werde einerseits der Bedeutung und Geschichte des Vereins angemessen Rechnung tragen, mit Blick auf die Mitgliederzahlen und die Altersstruktur andererseits aber wohl etwas kleiner ausfallen, als in früheren Jahren, gab Kreyenschulte bekannt.

Vater und Sohn Ott sind Bürger-Könige (MV, 14.06.2024)

Nach sechs Stunden Schießen und mit dem 410. Schuss fiel der Vogel beim
Bürgerschützenverein 1604. Frederik Ott ist neuer Schützenkönig, sein Vater Michael Ott der Silberkönig.

Sehr gute Laune hatten die diesjährigen Majestäten beim offiziellen Thronfoto (v. l.): Silberkönigspaar Michael Ott mit Ehefrau, der neue König Frederik Ott, der scheidende König Thomas Kerstiens sowie das Kaiserpaar Ria und Thomas Hovekamp. | Foto: Privat




Samstagabend, Villa Hecking. Leichter Nieselregen, es ist längst dunkel: Unter
einem lautstarken dreifachen „Horri-Do“ mit anschließendem „Hussassassa“ wurde
Frederik Ott auf den Schultern der Gardisten durch den Garten der Villa Hecking
getragen. Sekunden vorher war mit dem 410. Schuss der letzte Korpusrest des
Vogels auseinander gebrochen und von der mobilen Schützenstange zu Boden
gefallen. Sechs Stunden Schießen, bis endlich der dreifache „Hussa, hussa,
hussassassa“-Jubel im Park ertönte. Damit wurde die Amtszeit von Thomas
Kerstiens, Schützenkönig von 2022, beendet.

410 Patronen war für die Bürgerschützen bis dato die höchste Schuss-Zahl und auch
die lange Schussdauer war rekordverdächtig. Die Abordnungen der Neuenkirchener
Vereine waren längst eingetroffen und warteten auf die Bürger-Proklamation – sie
mussten nächtlich mit ausharren. Und hatten auch ihren Spaß, bis endlich der
Präsident Sebastian Kreyenschulte dem vorherigen König Thomas Kerstiens die
Ehrenkette abnehmen und sie dem Neuen umlegen durfte. Die neue Königin Mara
Hedicke hat den Jubel verpasst und wusste von nichts – sie hatte als Gynäkologin
Nachtdienst in einem Krankenhaus in Hannover. Dafür freute sich die Familie, denn
der Vater des neuen Königs ist Michael Ott, König von 1999 – und damit in diesem
Jahr der Silberkönig.

Unter einem lautstarken dreifachen „Horri-Do“ mit anschließendem „Hussassassa“ wurde Frederik Ott auf den
Schultern der Gardisten durch den Garten der Villa Hecking getragen. | Foto: Privat

Der Bürgerschützenverein ist mit 420 Jahren der älteste und kleinste Schützenverein
Neuenkirchens. Es war ein lockeres familiäres Fest in einem gepflegten Park. Das
Fest hatte am Freitagnachmittag mit dem Aufbau von Zelten, Bühne, Kettenkarussell
und dem Schmücken des Vogels begonnen – sowie am Abend mit einem Auftritt der
Gruppe „Room Service“ aus Münster mit Liedern von Bob Dylan über Pink Floyd bis
Neil Diamond.

Der Samstagnachmittag begann wie üblich mit einem gemütlichen Familienfest.
Rostbratwurst, Pommes, Kaffee und Kuchen sorgten für die Stärkung. Für die Kinder
gab es Ballspiele, Ketten-Karussell und Hüpfburg. Und das Kinderschützenfest, bei
dem diesmal zuerst die Jungs, danach die Mädchen mit Holzscheiten auf einen
Hartschaum-Vogel warfen. Gut 20 Kinder von zwei bis elf Jahren traten an. Der finale
Wurf bei den Mädchen glückte Paula Kerstiens (9) zum zweiten Mal wie schon im
vergangenen Jahr. Kinderschützenkönig wurde Joshua Willers (7).

Glücklich und mit den Resten des Ziels in der Hand: Das Kinderschützenpaar Paula Kerstiens (9 Jahre) und
Joshua Willers (7). | Foto: Privat

Die Musiker der Freiwilligen Feuerwehr hielten bei dem langen Königsschießen bis
spät in die Nacht durch, bei Regen unter dem Zelt, und mischten sich, als der Vogel
immer noch keine Lust hatte zu fallen, mit Jazz und Swing unter die Leute. Willi
Ruhwinkel hatte eigens ein Holzpodest als Tanzboden konstruiert und mit einem
großen Fallschirm, der an einem Teleskop-Kran hing, bedacht. Dort fand schließlich
die Proklamation des neuen Majestäten Frederik Ott mit der Königskette statt; das
Diadem muss noch auf seine neue Trägerin warten.

Mit Holzscheiten warfen die Kinder auf einen Hartschaum-Vogel. | Foto: Privat

Ein gemütlicher Abend mit Musik von „DJ“ Jörg Ruhwinkel, Tanz und viele
Gesprächen bis in den frühen Morgen ließen einen harmonischen Schützentag
ausklingen. Auch die Gäste anderer Schützenvereine fühlten sich bis zum Schluss
wohl.

Keine Atempause: Bereits am Sonntagmorgen waren alle wieder zum Hochamt mit
anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal anwesend. Die Polonaise führte
über die Haupt- und Marktstraße zum Kirmesplatz und weiter über den Thie zum
Bergweg: auf dem „Kaiserlichen Kotten“, dem Anwesen des Kaisers Thomas
Hovekamp, fand der Frühschoppen statt, bei dem auch die Silberjubilare für 25-
jährige Mitgliedschaft geehrt wurden: Robert Borgdorf und Ulrich Hagemann.