Schützenfest 2025

Ein Schützenfest ohne Schießen – und doch voller Herz und Tradition
Bürgerschützenverein von 1604 e.V. feierte ein atmosphärisch dichtes Festwochenende


Neuenkirchen. „Ein Schützenfest ohne Schießen – ist das überhaupt ein richtiges Schützenfest?“ Diese Frage stellen sich manche, wenn es um den traditionsreichen Bürgerschützenverein von 1604 e.V. geht. Doch wer am vergangenen Wochenende dabei war, weiß: Auch ohne Schrotgewehr war es ein Fest, das Herz, Haltung und Heimat spüren ließ – getragen von Engagement, Gemeinschaft und gelebter Tradition.

Schon vor einigen Jahren hatte der Verein beschlossen, das Königsschießen im zweijährigen Turnus stattfinden zu lassen. In diesem Jahr stand also kein Schießen an – dafür umso mehr Raum für Begegnung, Gespräche und Feierfreude.

Den feierlichen Auftakt bildete der Samstagabend im festlich geschmückten Landgasthaus Clemenshafen. König Dr. Frederik Ott, Assistenzarzt aus Hannover, hatte seine Freundin Mara Hedicke, ebenfalls Ärztin, zur Königin gemacht – und mit ihr einige enge Freunde mitgebracht. Ihr frischer, offener Auftritt und ihre Tanzfreude gaben dem Ball einen jugendlichen Anstrich – so mancher Schützenbruder sah sich plötzlich mitten auf der Tanzfläche und fand sichtbar Freude daran.

Mit besonderem Applaus begrüßt wurden Silberkönig Hans Naarmann mit seiner Edith sowie Kaiser Thomas Hovekamp mit Gattin Ria. Der Sektempfang im sommerlich blühenden Garten leitete einen festlichen Abend ein.

Nach dem stilvollen Dinner ließ König Dr. Frederik Ott in seiner Ansprache das zurückliegende Schützenjahr mit persönlichen Einblicken und humorvollen Erinnerungen Revue passieren. Sein Vater, Dr. Michael Ott, hielt ebenfalls eine kurze Rede. Präsident Sebasian Kreyenschulte begrüßte die anwesenden Abordnungen der Vereinigten Schützengesellschaft. Ein auf dem Offlumer Schützenfest verlorene Vereinsnadel wurde für die „versteigert.

Musikalisch sorgten Harald und Andrea Ruhwinkel für beste Stimmung: Mit Ukulele und Kontrabass hatten sie auf die die Melodie des Klassikers „Don’t worry, be happy“ dem König ein Lied gedichtet – was beim Publikum für mitwippende Füße und herzhaftes Lachen sorgte.

Am Sonntagmorgen versammelte sich die Schützengemeinschaft zum Kirchgang in der St.-Anna-Kirche. Ulrich Hagemann, Pastoralreferent des Bistums Münster, schlug in seiner Predigt eine bemerkenswerte Brücke zwischen dem Schützenwesen und dem Kreuzbund, der in dieser Messe ebenfalls präsent war und sein Patrozinium feierte. In eindrücklichen Worten würdigte er das Engagement beider Gemeinschaften für Verbundenheit, Orientierung und gegenseitige Stärkung.

Anschließend zog der Verein zum Ehrenmal, wo in einer würdevollen Zeremonie ein Kranz niedergelegt und der Verstorbenen gedacht wurde. Begleitet von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr setzte sich der Festzug dann in Bewegung Richtung „Königliche Gärten“ am Pastorskamp – dem Garten des großelterlichen Hauses von Wilma Ruhwinkel. Willi Ruhwinkel jr. hatte das Gelände mit viel Herzblut und einem großen Kran in einen liebevoll hergerichteten Festplatz verwandelt.

Beim Frühschoppen sorgte die Freiwillige Feuerwehr mit Blasmusik für musikalische Unterhaltung. Auch für die jüngsten Gäste war gesorgt: Beim Kinderschützenfest holten Jakob Averesch und Paula Schüring mit viel Geschick den Styropor-Vogel vom Baum und wurden unter großem Jubel als Kinderkönigspaar gefeiert.

Ein besonderer Programmpunkt war der musikalische Beitrag von Dr. Jörg Ruhwinkel, der seine Liebe zur Tennisikone Steffi Graf besang und mit dem „Nussschüssel-Blues“ für allgemeine Erheiterung sorgte.

Zum Abschluss zeigte sich der Vorstand hochzufrieden. „Wir sind der kleinste Schützenverein in Neuenkirchen – und vielleicht gerade deshalb kommt es bei uns auf jeden Einzelnen an“, betonte Sebastian Kreyenschulte. Der Vorsitzende würdigte das große Engagement vieler Schützenbrüder, die mit Hingabe, Handarbeit und Herzblut ein familiäres Fest gestaltet hatten.

Und so bleibt die eingangs gestellte Frage unbeantwortet – oder vielleicht besser: überflüssig. Denn was sich an diesem Wochenende zeigte, war, dass ein Schützenfest ohne Schießen sehr wohl ein echtes Schützenfest sein kann – wenn das Miteinander stimmt.

Feststimmung bei den Bürgerschützen (MV – 05.07.2025)

Ohne Königsschießen, aber mit Feststimmung haben die Bürgerschützen in Neuenkirchen ihr Schützenfest gefeiert.

Die Garde versammelte sich mit Königspaar Frederik Ott und Mara Hedicke zum Erinnerungsfoto.

Die Garde versammelte sich mit Königspaar Frederik Ott und Mara Hedicke zum Erinnerungsfoto. | Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirchen

Der Bürgerschützenverein von 1604 hat sein Schützenfest veranstaltet. Der Startschuss fiel am Freitag, 27. Juni, als der Garten der Königsfamilie im Pastorskamp für das anstehende Fest mit Unterstützung eines Großkrans von Wilhelm Ruhwinkel hergerichtet wurde. Viele neugierige Augenpaare beobachteten gespannt, wie die mobile Bühne, der eigens für das Schützenfest entworfene Holzboden und die Kinderhüpfburg am Kranarm in den Garten schwebten.

Raum für Begegnungen, Gespräche und zum Feiern

Auch ohne ein Königsschießen bot das vergangene Festwochenende des ältesten Neuenkirchener Schützenvereins ein breites und abwechslungsreiches Programm – mit Ball, Frühschoppen und Kinderschützenfest war für jede Generation etwas dabei. Schon vor einigen Jahren hatte der Verein beschlossen, das Schießen nur noch im zweijährigen Turnus stattfinden zu lassen. In diesem Jahr bot sich daher viel Raum für Begegnungen, Gespräche und zum Feiern.

Den festiven Auftakt bildete der Königsball am Samstagabend im sommerlich geschmückten Saal des Landgasthauses Clemenshafen. König Frederik Ott aus Hannover hatte seine Freundin Mara Hedicke zur Königin gemacht – und mit ihr enge Freunde mitgebracht, um seinen Ball zu feiern.

Applaus für frühere Regenten

Im weiteren Verlauf des Abends galt der Applaus auch früheren Regenten: Das Kaiserpaar Thomas und Ria Hovekamp sowie das Silberkönigspaar Hans und Edith Naarmann wurden besonders herzlich begrüßt. Vor 25 Jahren holte Naarmann mit dem 138. Schuss den Bürger-Vogel von der Stange und wurde damit zum ersten König der Bürgerschützen im neuen Jahrtausend gekrönt.

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Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirchen

Präsident Sebastian Kreyenschulte würdigte anschließend den Ehrengast des Abends, Irene Brink, die mit ihrem verstorbenen Ehemann Hans, dem „Herrn des Deli-Theaters“, als Königin und Kaiserin viele Jahrzehnte den Bürgerschützenverein mitgeprägt hatte.

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Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirche

Nach dem Essen ließ „König Frederik von Hannover“ in seiner Ansprache das zurückliegende Schützenjahr und seinen „410. Glücksschuss“ mit persönlichen Einblicken und humorvollen Erinnerungen Revue passieren. Sein Vater Michael Ott, Silberkönig der Bürgerschützen im Jahr des Königsschusses seines Sohnes, erwiderte mit einer ebenso launigen Rede.

Ein herzlicher Gruß richtete sich anschließend an die Abordnungen der Neuenkirchener Schützenvereine und die Vereinigte Schützengesellschaft (VSG). Eine auf dem Offlumer Schützenfest verlorene Vereinsnadel wurde in einer spontanen Versteigerung zurückerworben. Die Einnahmen gehen als Spende an eine gemeinnützige Einrichtung in Neuenkirchen.

Ukulele und Kontrabass

Neben DJ Frank Reinke sorgten Harald und Andrea Ruhwinkel musikalisch für beste Stimmung: Mit Ukulele und Kontrabass hatten sie auf die Melodie des Klassikers „Don‘t worry, be happy!“ dem König ein Lied gedichtet – was beim Publikum für viele Lacher sorgte. Weitere, augenzwinkernde und selbstironische Beiträge, die bei den Bürgerschützen-Bällen Tradition haben, folgten.

Am Sonntagmorgen versammelte sich die Schützengemeinschaft zum Kirchgang. Bürgerschütze Ulrich Hagemann, zugleich Pastoralreferent des Bistums Münster, schlug in seiner Predigt eine Brücke zwischen Schützenwesen und Kreuzbund, der in dieser Messe sein Patrozinium feierte. Hagemann betonte das Engagement beider christlichen Gemeinschaften für Verbundenheit, Orientierung und gegenseitige Unterstützung.

Anschließend zogen die Schützen zum Ehrenmal, an dem der Vorstand einen Kranz niederlegte und der Verstorbenen des Vereins gedachte. Begleitet von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr setzte sich der Festzug dann in Bewegung zu den „Königlichen Gärten“ am Pastorskamp.

Beim Frühschoppen mit anschließendem Kaffeetrinken sorgte die Freiwillige Feuerwehr mit zünftiger Blasmusik für gute Unterhaltung. Auch an die vielen kleinen Gäste war gedacht worden: Beim Kinderschützenfest holten Jakob Averesch und Paula Schüring mit viel Geschick den Styropor-Vogel vom Baum und wurden unter großem Jubel als Kinderkönigspaar gefeiert. Ein weiterer Programmbeitrag, der „Nussschüssel-Blues“ von Jörg Ruhwinkel, sorgte für viel Heiterkeit bei den rund 80 Schützen, Ehepartnern und Gästen.

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Foto: Bürgerschützenverein Neuenkirchen

Zum Abschluss des Festwochenendes von Neuenkirchens ältestem Verein zog der Vorstand eine positive Bilanz.

Präsident Kreyenschulte betonte das große Engagement der Bürgerschützen und ihrer Familien, die mit Hingabe und Einsatz ein besonders familiäres Fest gestaltet hatten, heißt es im Pressebericht.

Der Blick richtet sich auf das 425. Jubiläum (MV, 30.01.2025)

Generalversammlung des Bürgerschützenvereins 1604

Die Weichen richtig zu stellen, um schwungvoll in ein neues Schützenjahr zu starten – darum ging es in der Generalversammlung von Neuenkirchens ältestem Schützenverein.

Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Bürgerschützen (v. l.): Alexander Kerstiens, Sebastian Kreyenschulte, Nico von Royen, Matthias Hagemann, Thomas Kerstiens und Ulrich Hagemann.

Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Bürgerschützen (v. l.): Alexander Kerstiens, Sebastian Kreyenschulte, Nico von Royen, Matthias Hagemann, Thomas Kerstiens und Ulrich Hagemann. | Foto: Bürgerschützen

Präsident Sebastian Kreyenschulte eröffnete die Versammlung der Bürgerschützen von 1604 mit einem Gruß an alle Mitglieder, die ihren Weg in Wilminks Parkhotel gefunden hatten. Darunter war auch der König der Bürger, Frederik Ott, der in Hannover wohnt.

Mit launigen Worten skizzierte Schriftführer Nico von Royen in seinem Jahresbericht das zurückliegende Schützenjahr. Er erinnerte an das nervenaufreibende, bis in die Abendstunden reichende Königsschießen: Ein Schießen auf einen hartleibigen Vogel, der 410 Schützenschüsse ertrug, bevor er endlich von der Stange fallen wollte. Von Royen berichtete über die „wieder aufgekeimte Begeisterung am Wettkampf unter der Vogelstange“, bei der sich rechnerisch über zehn Prozent der Mitglieder zum Königsschuss die Flinte gegenseitig aus der Hand genommen hätten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bürgerausmarsch wurde gut angenommen

Besondere Erinnerungen habe auch der Open-Air-Gig mit Livemusik der Band „Roomservice“ von Schützenbruder Jörg Ruhwinkel hinterlassen. Der Auftritt sei nach den Aufbauarbeiten zum Königsschießen im Park der Villa Hecking von kurzer Hand improvisiert worden. Ebenso positiv angenommen worden sei der gut besuchte Bürgerausmarsch, den die Schützen im vergangenen September ins Kloster Bentlage unternommen hatten. Von Royens Fazit: Ein „fulminantes Schützenjahr als bester Beweis für das lebendige Vereinsleben“ liege hinter den Bürgerschützen.

Geschäftsführer Ulrich Hagemann schlug im Namen des Vorstands vor, den Jahresbeitrag von 55 auf 75 Euro zu erhöhen. Die Mitgliederversammlung folgte diesem Vorschlag. Die zunehmenden Kosten für die Feste der Bürgerschützen, verursacht vor allem durch Ausgaben für die musikalische Begleitung, könnten nur auf diese Weise abgefangen werden.

Festkomitee gründen

Der Vorstand wird künftig durch den neuen Beisitzer Benedikt Möllering unterstützt. Zum Kassenprüfer wurde Andreas Naarmann gewählt, der für den ausscheidenden Thomas Kerstiens nachrückt. Stephan Willers bleibt noch ein weiteres Jahr in dieser Funktion.

Mit Blick auf das bald anstehende Jubiläumsjahr beschloss die Versammlung, ein Festkomitee zu gründen, das von Harald Ruhwinkel geleitet werden wird. Zum 425. Bürgerschützenjubiläum im Jahr 2029 wollen die Bürgerschützen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen. Das Jubiläum werde einerseits der Bedeutung und Geschichte des Vereins angemessen Rechnung tragen, mit Blick auf die Mitgliederzahlen und die Altersstruktur andererseits aber wohl etwas kleiner ausfallen, als in früheren Jahren, gab Kreyenschulte bekannt.

Vater und Sohn Ott sind Bürger-Könige (MV, 14.06.2024)

Nach sechs Stunden Schießen und mit dem 410. Schuss fiel der Vogel beim
Bürgerschützenverein 1604. Frederik Ott ist neuer Schützenkönig, sein Vater Michael Ott der Silberkönig.

Sehr gute Laune hatten die diesjährigen Majestäten beim offiziellen Thronfoto (v. l.): Silberkönigspaar Michael Ott mit Ehefrau, der neue König Frederik Ott, der scheidende König Thomas Kerstiens sowie das Kaiserpaar Ria und Thomas Hovekamp. | Foto: Privat




Samstagabend, Villa Hecking. Leichter Nieselregen, es ist längst dunkel: Unter
einem lautstarken dreifachen „Horri-Do“ mit anschließendem „Hussassassa“ wurde
Frederik Ott auf den Schultern der Gardisten durch den Garten der Villa Hecking
getragen. Sekunden vorher war mit dem 410. Schuss der letzte Korpusrest des
Vogels auseinander gebrochen und von der mobilen Schützenstange zu Boden
gefallen. Sechs Stunden Schießen, bis endlich der dreifache „Hussa, hussa,
hussassassa“-Jubel im Park ertönte. Damit wurde die Amtszeit von Thomas
Kerstiens, Schützenkönig von 2022, beendet.

410 Patronen war für die Bürgerschützen bis dato die höchste Schuss-Zahl und auch
die lange Schussdauer war rekordverdächtig. Die Abordnungen der Neuenkirchener
Vereine waren längst eingetroffen und warteten auf die Bürger-Proklamation – sie
mussten nächtlich mit ausharren. Und hatten auch ihren Spaß, bis endlich der
Präsident Sebastian Kreyenschulte dem vorherigen König Thomas Kerstiens die
Ehrenkette abnehmen und sie dem Neuen umlegen durfte. Die neue Königin Mara
Hedicke hat den Jubel verpasst und wusste von nichts – sie hatte als Gynäkologin
Nachtdienst in einem Krankenhaus in Hannover. Dafür freute sich die Familie, denn
der Vater des neuen Königs ist Michael Ott, König von 1999 – und damit in diesem
Jahr der Silberkönig.

Unter einem lautstarken dreifachen „Horri-Do“ mit anschließendem „Hussassassa“ wurde Frederik Ott auf den
Schultern der Gardisten durch den Garten der Villa Hecking getragen. | Foto: Privat

Der Bürgerschützenverein ist mit 420 Jahren der älteste und kleinste Schützenverein
Neuenkirchens. Es war ein lockeres familiäres Fest in einem gepflegten Park. Das
Fest hatte am Freitagnachmittag mit dem Aufbau von Zelten, Bühne, Kettenkarussell
und dem Schmücken des Vogels begonnen – sowie am Abend mit einem Auftritt der
Gruppe „Room Service“ aus Münster mit Liedern von Bob Dylan über Pink Floyd bis
Neil Diamond.

Der Samstagnachmittag begann wie üblich mit einem gemütlichen Familienfest.
Rostbratwurst, Pommes, Kaffee und Kuchen sorgten für die Stärkung. Für die Kinder
gab es Ballspiele, Ketten-Karussell und Hüpfburg. Und das Kinderschützenfest, bei
dem diesmal zuerst die Jungs, danach die Mädchen mit Holzscheiten auf einen
Hartschaum-Vogel warfen. Gut 20 Kinder von zwei bis elf Jahren traten an. Der finale
Wurf bei den Mädchen glückte Paula Kerstiens (9) zum zweiten Mal wie schon im
vergangenen Jahr. Kinderschützenkönig wurde Joshua Willers (7).

Glücklich und mit den Resten des Ziels in der Hand: Das Kinderschützenpaar Paula Kerstiens (9 Jahre) und
Joshua Willers (7). | Foto: Privat

Die Musiker der Freiwilligen Feuerwehr hielten bei dem langen Königsschießen bis
spät in die Nacht durch, bei Regen unter dem Zelt, und mischten sich, als der Vogel
immer noch keine Lust hatte zu fallen, mit Jazz und Swing unter die Leute. Willi
Ruhwinkel hatte eigens ein Holzpodest als Tanzboden konstruiert und mit einem
großen Fallschirm, der an einem Teleskop-Kran hing, bedacht. Dort fand schließlich
die Proklamation des neuen Majestäten Frederik Ott mit der Königskette statt; das
Diadem muss noch auf seine neue Trägerin warten.

Mit Holzscheiten warfen die Kinder auf einen Hartschaum-Vogel. | Foto: Privat

Ein gemütlicher Abend mit Musik von „DJ“ Jörg Ruhwinkel, Tanz und viele
Gesprächen bis in den frühen Morgen ließen einen harmonischen Schützentag
ausklingen. Auch die Gäste anderer Schützenvereine fühlten sich bis zum Schluss
wohl.

Keine Atempause: Bereits am Sonntagmorgen waren alle wieder zum Hochamt mit
anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal anwesend. Die Polonaise führte
über die Haupt- und Marktstraße zum Kirmesplatz und weiter über den Thie zum
Bergweg: auf dem „Kaiserlichen Kotten“, dem Anwesen des Kaisers Thomas
Hovekamp, fand der Frühschoppen statt, bei dem auch die Silberjubilare für 25-
jährige Mitgliedschaft geehrt wurden: Robert Borgdorf und Ulrich Hagemann.

Majestäten feiern Königs- und Kaiserball (MV 15.06.2023)

Fest der Bürgerschützen von 1604
Neuenkirchen · Donnerstag, 15.06.2023

„Ihren“ Königs- und Kaiserball feiern am kommenden Samstag das amtierende Königspaar Thomas und Linda Kerstiens sowie das Kaiserpaar Thomas und Ria Hovekamp – hier im Bild mit Ehrendamen, Silberkönig Karl Hagemann und Fahnenträgern – im Saal der „Gaststätte 42“.

„Ihren“ Königs- und Kaiserball feiern am kommenden Samstag das amtierende Königspaar Thomas und Linda Kerstiens sowie das Kaiserpaar Thomas und Ria Hovekamp – hier im Bild mit Ehrendamen, Silberkönig Karl Hagemann und Fahnenträgern – im Saal der „Gaststätte 42“. | Foto: privat

Die Vorbereitungen für das Schützenfest der Bürgerschützen von 1604 am kommenden Wochenende laufen auf Hochtouren. Die Majestäten des Vereins laden am ersten Festtag, Samstag, 17. Juni , zum feierlichen Königsempfang, dem Auftakt des diesjährigen Festes.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr haben die Bürgerschützen turnusgemäß ihren König und auch ihren Kaiser ermittelt. Im Wettkampf um den jeweils letzten Schuss holten der amtierende König Thomas Kerstiens und der Kaiser Thomas Hovekamp die beiden Vögel von der Stange. In diesem Jahr findet nach den Statuten der Bürgerschützen nun der festliche Königs- und Kaiserball zu Ehren der amtierenden Majestäten statt.

Königsempfang erstmals im Park der Villa Hecking

Erstmals findet der Königsempfang, zu dem die gesamte Schützenfamilie sowie die Gäste der Majestäten geladen sind, ab 18 Uhr im eigens dafür feierlich hergerichteten Park der Villa Hecking statt. Um 19.30 Uhr beginnt von dort auch die festliche Polonaise, begleitet von den Klängen des Spielmannszuges Sutrum-Harum, zur Gaststätte „Thies 42“ im gleichnamigen Ortsteil. Im dortigen Saal feiert der Verein sodann den diesjährigen Königs- und Kaiserball mit allen Gästen und den Abordnungen der weiteren Neuenkirchener Schützenvereine sowie der Vereinigten Schützengesellschaften als Höhepunkt des diesjährigen Festes. Musikalisch wird der Ball von der Band „Nightflames“ umrahmt und – wie gewohnt – mit einigen unterhaltsamen Einlagen abgerundet.

Weitere Neuheit

Mit dem gemeinsamen Hochamt am Sonntag, 18. Juni , und der anschließenden Kranzniederlegung beginnt der zweite Festtag. Daran schließt ab 11.30 Uhr der Frühschoppen mit Ehrung langjähriger Schützenbrüder an.

Mit Spannung erwartet die Schützenfamilie auch hier eine Neuheit: Erstmals findet der Frühschoppen in diesem Jahr an der sommerlichen Residenz des Vereinskaisers, dem „Kaiserlichen Kotten“ am Bergweg, statt. Dabei kommt dann auch der Nachwuchs des Vereins auf seine Kosten: Das Kinderschützenfest bietet neben dem spielerischen Wettkampf um die Kinderkönigs- und Kinderköniginwürde in der Nachfolge der Regenten aus dem Jahr 2022, Lotte und Kalle Schüring, auch in diesem Jahr wieder unterschiedliche Attraktionen und Belustigungen.

Bürgerschützen diskutieren Königsschießen (MV 31.01.2024)

Generalversammlung des Bürgerschützenvereins 1604


Neuenkirchen · Mittwoch, 31.01.2024

Der bestätigte Vorstand (v. l.): Kassenwart Ulrich Hagemann, Präsident Sebastian Kreyenschulte und Schriftführer Nico von Royen.

Der bestätigte Vorstand (v. l.): Kassenwart Ulrich Hagemann, Präsident Sebastian Kreyenschulte und Schriftführer Nico von Royen. | Foto: Privat

Der kleinste und älteste Schützenverein Neuenkirchens rief zur diesjährigen Generalversammlung und die Mitglieder kamen am vergangenen Wochenende aus ganz Deutschland in das Landgasthaus Wilmink – aus München, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig und Münster. Schließlich ging es um die Planung und Organisation des Schützenfestes am 8. und 9. Juni und anderen Aktivitäten.

Humorvoller Rückblick auf Schützenfest

Schriftführer Nico von Royen erinnerte in seinem humorvollen Rückblick an ein Schützenfest mit einem im doppelten Sinne kaiserlichen Empfang auf dem Kotten von Kaiser Thomas Hovekamp auf dem Dörper Berg und eine aufwendige Polonaise nach dem Empfang zu Ehren des Königs Thomas Kerstiens in der Villa Hecking bis zum Restaurant Thies 42. Gut drei Kilometer mit kurzzeitiger Sperrung des Westfalenrings und einem Zickzack-Kurs, zum Teil durch unbefestigtes Gelände (mit Stöckelschuhen!), da die Mesumer Straße als Kreisstraße nicht genutzt werden durfte.

Die Vorstandswahlen verliefen ruckzuck. Der neue Präsident der Bürgerschützen stand nach Vorauswahlen schon fest: Seit dem vergangenen Jahr folgt Sebastian Kreyenschulte seinem Vorgänger Thomas Hovekamp, seit 2022 auch aktueller Kaiser. Nico von Royen als Schriftführer und Ulrich Hagemann als Schatzmeister wurden nach dreijähriger Wahlperiode unisono wiedergewählt.

Zuvor hatten die Kassenprüfer Klaus Naarmann und Thomas Kerstiens eine korrekte Kasse bestätigt, die Entlastung des bisherigen Vorstands war einstimmig. Als neuer Kassenprüfer für Thomas Kerstiens wurde vom Plenum Stephan Willers gewählt. Geehrt wurden Waldemar Schiltz für 75-jährige und Karl Hagemann für 50-jährige Mitgliedschaft.

Diskussion um Königsschießen

Derzeit gilt die Regelung, dass zwar jährlich ein Schützenfest im Park der Villa Hecking stattfindet mit Kinderschützen- und Familienfest, jedoch ein Königsschießen nur alle zwei Jahre. In den Schützenfesten dazwischen findet der Königsball statt. Grund dafür ist, dass es bei dem kleinen Verein kaum noch Aspiranten gibt, die noch nicht König waren.

Die Schützenbrüder diskutierten diesmal die Frage, ob nicht wieder jährlich ein König ausgeschossen werden könne, zumal viele junge Mitglieder dazu gekommen seien. Vorstand und Plenum einigten sich darauf, die Entwicklung beim diesjährigen Königsschießen auszuwerten und in der nächsten Jahreshauptversammlung zu entscheiden.

Bürgerschützen: Fünf Vögel, sechs Majestäten (MV 27.06.2022)

Bürgerschützen: Fünf Vögel, sechs Majestäten

Proklamation und Ehrungen (v. l.): Silberkönig Karl Hagemann, Ehrendame Thekla Naarmann, Königspaar Linda und Thomas Kerstiens mit Kindern, Ehrendame Lea Helene Kerstiens, Kaiserpaar Ria und Thomas Hovekamp.

Die Bürgerschützen sind immer für eine Überraschung gut. Der Königsvogel war beim Schützenfest am Samstagnachmittag im Park der Villa Hecking für mindestens 80 Schuss nominiert. Hat nicht geklappt. Bereits nach dem dritten Schuss lag die Hälfte des Holztiers am Boden. „Das kann und darf nicht wahr sein“, entfuhr es dem perplexen Schützen Harald Ruhwinkel. Das zweite große Stück fiel mit dem sechsten Schuss, nur noch ein minimaler Rest hing am seidenen Faden.

Blick in §3 der Vereinssatzung

Nun sagt §3 der Vereinssatzung: Fällt der Vogel nach weniger als zehn Schuss oder von einem Schützenbruder, der vor weniger als zehn Jahren schon mal Jahen König war, zahlt derjenige ein 50-Liter-Fass Bier und es wird ein Vogel neu aufgehängt. So kam es: Der Noch-König Hans Arnold schoss den kleinen Rest von der Stange, zahlte das Freibier. In der Zwischenzeit hatte Michael Schraeder den Vogel aus drei Teilen wieder zusammengeleimt. Alles auf Anfang – diesmal holte sich Thomas Kerstiens „ganz normal“ um 17.45 Uhr mit dem 37. Schuss die Königswürde (unser Medienhaus berichtete). Regulär ging auch das Kaiserritual vonstatten. Zum Schluss gaben sich noch drei Kandidaten die Flinte in die Hand, nach 90 Schuss setzte sich Thomas Hovekamp durch, heißt es in einer Pressemitteilung des Schützenvereins.

Das Fest hatte am Nachmittag wie üblich mit einem gemütlichen Familienfest begonnen. Mit Rostbratwurst, Pommes, Kaffee und Kuchen sowie einem Kinderfest für die Kleinen, mit Schießen auf eine Torwand, Ketten-Karussell und Hüpfburg. Der Musikzug der Feuerwehr sorgte wie gewohnt für die gebührende Atmosphäre.

Als ersten Höhepunkt gab es das Kinderschützenfest, bei dem die Mädchen zuerst, danach die Jungs mit Holzscheiten auf einen Hartschaum-Vogel werfen. Gut 30 Kinder von zwei bis elf Jahren traten an. Die Geschwister Lotte (8) und Kalle Schüring (7) trafen am genauesten und lösten das Kinderkönigspaar von 2019, Jakob Schraeder und Romi Naarmann, ab.

In diesem Jahr wurde erstmalig nicht in einem Lokal gefeiert, das Schützenfest fand ausschließlich im Park der Villa Hecking statt. Dazu hatte Willi Ruhwinkel eigens ein Holzpodest als Tanzboden konstruiert und mit einem großen Fallschirm, der an einem Teleskop-Kran hing, bedacht. Dort fand die Proklamation der neuen Majestäten statt: Königspaar Linda und Thomas Kerstiens bekamen von dem zukünftigen Präsidenten Sebastian Kreyenschulte Diadem und Königskette verliehen, als Ehrendamen wählten sie Thekla Naarmann und Lea Helene Kerstiens.

Der aktuelle Präsident Thomas Hovekamp konnte die Ehrung nicht übernehmen, er wurde ja selber inthronisiert als Kaiser mit seiner Kaiserin Ria. Silberkönig von 1997 ist in diesem Jahr Karl Hagemann.

Bis in den frühen Morgen

Ein gemütlicher Abend mit Musik von „DJ“ Jörg Ruhwinkel, Tanz und vielen Gesprächen bis in den frühen Morgen ließ einen harmonischen Schützentag ausklingen. Auch viele Gäste anderer Schützenvereine fühlten sich bis zum Schluss wohl. So auch der Sonntagmorgen: Kirchgang, Kranzniederlegung am Ehrenmal und ein ausgiebiger Frühschoppen mit warmem Büffet rundetet nach drei Jahren Pause ein schönes und fröhliches Schützenfest der Bürgerschützen ab.

Bürgerschützen planen wieder Schützenfest nach Corona-Pause (MV 11.04.2022)

von Elvira Meisel-Kemper

Bürgerschützen planen wieder Schützenfest
Der Vorsitzende des Bürgerschützenvereins von 1604 Thomas Hovekmap (2. v. r.) erläuterte den die zwei Optionen, wie die Majestäten-Proklamation und der Frühschoppen in diesem Jahr gefeiert werden könnten. Die Mitglieder votierten dafür, dass gesamte Schützenfest im Park der Villa Hecking zu feiern.

Seit dem Januar 2020 gab es keine Generalversammlung der Bürgerschützen von 1604 mehr. Erst jetzt konnte die Versammlung im Parkhotel Wilmink wieder stattfinden. Der Bericht des Schriftführers Nico von Royen fiel dementsprechend knapp aus, da es in den beiden Jahren auch keine Schützenfeste gegeben hatte. „Harald und Andrea Ruhwinkel sind das amtierende Kaiserpaar seit 2014. Dr. Hans Arnold und seine Frau Iris sind seit 2018 unser Königspaar“, ergänzte von Royen diese Bilanz.

Schützenfest am 25. und 26. Juni

Der traditionelle Bürgeraufmarsch fiel 2020 aus. Im Vereinsjahr 2021 fand der Bürgeraufmarsch mit Fahrrädern wieder statt mit einem Zwischenstopp in St. Arnold. „Der gesellige Ausklang erfolgte am Offlumer See. Als Dank dafür stieg die Inzidenz in Neuenkirchen wieder. Wir waren nicht der Grund. Corona hat unser Vereinsleben in Ruhemodus versetzt, aber nicht zum Erliegen gebracht“, fügte der Schriftführer hinzu. Dafür wirft das nächste, jetzt endlich wieder mögliche Schützenfest am 25. und 26. Juni seine deutlichen Schatten voraus. Dann werde es auch wieder neue Königs- und Kaiserpaare geben, sagte von Royen voraus.

Intensiv wurden zwei Optionen vom Präsidenten Thomas Hovekamp vorgestellt und diskutiert, wie dieses Schützenfest im Juni gefeiert werden könne. Das König- und Kaiserschießen finde in jedem Fall im Park der Villa Hecking statt. In der ersten Option orientierte sich Hovekamp an dem privaten Fest von Wilhelm Ruhwinkel in Emsbüren. Damals habe er am See gefeiert unter einem Fallschirmzelt und mit festem Tanzboden. Beides sei in Besitz von Ruhwinkel gegangen. Im Park der Villa Hecking könne die Feier nach dem Schießen deshalb mit diesen Utensilien gefeiert werden. „Man könnte Sitzgelegenheiten auf der Terrasse aufbauen und davor unter dem Fallschirmzelt den festen Tanzboden aufbauen. Die Getränke- und Essensversorgung würden wir in die Hand nehmen. Für den Service müssten wir Personal einstellen, was letztlich um die 600 Euro kosten würde“, erläuterte er die erste Option, die Mehrarbeit bedeuten würde und 40 bis 50 Mitglieder zum Auf- und Abbau benötigen würde. Die zweite Option sei die Proklamation und der Frühschoppen in der Marktschänke. Einstimmig entschieden sich die anwesenden Mitglieder für die erste Option, das komplette Schützenfest im Park der Villa Hecking zu feiern.

Geburtstagsschießen aller Schützenvereine

Kurz diskutiert wurde die Teilnahme des Vereins am Geburtstagsschießen aller Schützenvereine am 1. und am 2. Oktober zur 775-Jahr- Feier von Neuenkirchen. Letztlich wurden noch die Abordnungen erfragt, die zu den Schützenfesten der sechs anderen Schützenvereine in Neuenkirchen gehen, denn dort startet die neue Saison bereits am 27. Mai mit dem Schützenfest in St. Arnold.

Thomas Hovekamp neuer Bürgerschützen-Präsident (MV 27.01.2020)

Montag, 27. Januar 2020

von Wilhelm Otto Koch

Thomas Hovekamp neuer Bürgerschützen-Präsident
Der neue Vorstand des Bürgerschützenvereins 1604 (v. l.): Dirk Ruhwinkel (2. Vorsitzender), Thomas Hovekamp (Präsident), Ulrich Hagemann (Geschäftsführer) und Nico von Royen (Schriftführer).

Zum neuen Präsidenten des Bürgerschützenvereins wählten die Mitglieder am vergangenen Freitag Thomas Hovekamp. Er löst Dirk Ruhwinkel ab, der das Amt des 2. Vorsitzenden übernimmt. Geschäftsführer wird Ulrich Hagemann. Alle Wahlabstimmungen verliefen einstimmig.

Einer der ältesten Schützenvereine in der Region

Das Leben in Schützenvereinen in Deutschland geht bis ins Mittelalter zurück, die Zeit um das Jahr 800 herum. In jener Zeit dienten die Gemeinschaften dazu, die Städte vor Unbilden zu schützen, zur Wehr gegen Banden und Plünderer. Später, um 1800 bis 1850, bildeten sie die Bürgerwehren. In Deutschland gibt es heute etwa 14.000 Schützenvereine. Einer davon ist der Bürgerschützenverein Neuenkirchen, immerhin einer der ältesten in der Region aus dem Jahre 1604. Seine ursprüngliche Aufgabe aus der Gründerzeit ist natürlich längst hinfällig geworden.

„Tradition bewahren, Zukunft gestalten“, das haben sich die Bürgerschützen aus Neuenkirchen heute auf ihre Fahne geschrieben. Die Brauchtumspflege im Verein, in der man eine Gemeinschaft mit ausgeprägtem sozialem Vereinsleben abwechslungsreich und stabil spürt, steht jetzt ganz obenan.

Präsident Dirk Ruhwinkel hatte zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Annähernd 40 Mitglieder von insgesamt 108, mehr als der harte Kern, folgten der Einladung, sodass es im Restaurant „La Via“ schon eng wurde. Ruhwinkels Gruß galt besonders dem amtierenden König Hans Arnold und den Ehrenpräsidenten Wolfgang und Michael Kerstiens, wie auch Waldemar Schiltz. „Ein turbulentes Schützenjahr mit zwei neuen Majestäten liegt vor uns“, prophezeite Ruhwinkel und stimmte damit die Anwesenden ein.

„Mehr Lust als Last“

Gewohnt launig, mit viel hintergründigem Humor und zahlreichen Anekdoten trug Nico von Royen den Jahres- und Geschäftsbericht vor. Es sei ein Jahr ohne Königschießen nach dem Motto „Mehr Lust als Last“, erneuter Suche nach einem Vereinswirt und dennoch ein gelungenes Vereinsjahr gewesen. Der Vereinswirt Paul Niehues mit seiner jahrelangen Gastfreundschaft hat das gleichnamige „Landhaus Brennerei“ geschlossen. „Seine Art von Gastfreundschaft, gut versteckt unter rauer Schale, werden wir vermissen“, sagte von Royen.

Suche nach neuer Band

Für das diesjährige Schützenfest werden sich die Bürgerschützen auch um eine andere Band kümmern müssen. „Für viele Mitglieder hat die Band Sweet Beats im vergangenen Jahr ein Hauch von Wacken wehen lassen“, so drückte es von Royen aus. Nun soll eine kleine Findungskommission eine für alle Geschmäcker passende Musik-Band finden. Zum zehnten Mal feiert der Schützenverein in diesem Jahr das Kinderschützenfest. Unter der Obhut der Präsidentengattin soll wieder ein Programm mit vielen Attraktionen gestaltet werden.

Die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung wurde zügig abgehandelt. Die Kasse stimmte, woraufhin die Entlastung des Vorstandes folgte. Die Anwesenden freuten sich über die Aufnahme von vier neuen Mitgliedern.

Das diesjährige Schützenfest des Bürgerschützenvereins wird am Wochenende 20. und 21. Juni gefeiert.

Hans Arnold ist neuer König der Neuenkirchener Bürgerschützen (10.08.2018)

von Fabian Kronfeld

Hans Arnold ist neuer König der Neuenkirchener Bürgerschützen
Große Freude bei Hans Arnold nach dem Königsschuss.

Wenn die Garde zur Vogelstange rennt und den König auf die Schulter hebt, dann jubelt der ganze Park der Villa Hecking mit. Am Samstagabend um 18.51 Uhr Ortszeit war es beim Königsschießen der Bürgerschützen soweit: Der 124. und letzte Schuss des Nachmittags hallte noch nach, da war der Vogel längst gefallen – und Schütze Hans Arnold konnte im Einklang mit allen Mitgliedern, Angehörigen und Gästen die Arme hochreißen. In einem spannenden Abschluss hatte er sich gegen ein halbes Dutzend Anwärter durchgesetzt.

In der gemütlichen Atmosphäre mit Musik der Neuenkirchener Feuerwehrkapelle bei Sommerwetter schauten die Gäste gespannt zu. Unter lautem Jubel und Applaus stürmten die Gratulanten dann heran und ließen ihn und seine Königin Iris mit einem dreifach kräftigen „Horri!“ (Antwort: „Do!“) und dem vereinstypischen Sprechgesang „Hussa-Hussa-Hussasasa!“ hochleben.

Besonders familiäres Schützenfest

Bevor es bei diesem kleinen, besonders familiären Schützenfest in den abendlichen Tanz ging, durfte Vorjahreskönig Stefan Kösters im Rahmen der Proklamation mit Abordnungen der anderen Vereine die Königsplakette weitergeben. Damit und mit dem Schuss von Hans Arnold traten die auf der Generalversammlung im Januar beschlossenen Änderungen für den Schützenfestablauf tatsächlich in Kraft (MV berichtete). Der Wandel der Zeit, der sich besonders an dem kleinen Schützenverein bemerkbar machte, hatte diese notwendig werden lassen. In 2018 fand nämlich nunmehr das letzte „normale“ Schützenfest statt. Von nun soll ein Königsschießen lediglich alle zwei Jahre durchgeführt werden. Hans Arnold bleibt also König für ganze zwei Jahre – bis zum nächsten Königsschießen im Jahr 2020.

Königsball im nächsten Jahr

Dem Feiern des Schützenfests soll dies aber kein Abbruch tun. Ein Familienschützenfest samt weiterhin jährlich organisiertem Kinderschützenfest wird es weiterhin im rund 120 Mitglieder zählenden Verein geben. Der Königsball wird zum Beispiel im nächsten Jahr erst groß gefeiert. Präsident Dirk Ruhwinkel und Oberst Sebastian Kreyenschulte zeigten sich optimistisch, was die neuen Abläufe und die nächsten Jahre angeht. Kreyenschulte freute sich besonders über die erstarkenden Zugänge von Jungschützen, welche bei den Bürgerschützen traditionell auch als Garde in den nachempfundenen Uniformen des Gründungsjahres 1604 auftreten.

Vielleicht eben wegen der Atmosphäre eines Schützenfestes im kleinen Rahmen für Familien und Kinder setzt der Verein auf die Jugendarbeit. Auch in diesem Jahr waren zum vorher stattfindenden Kinderschützenfest wieder Spiele und Attraktionen für die Kinder aufgebaut worden. Für die teilnehmenden Kinder gab es sogar die eigene Schützenfestuniform. Die Kindregenten bei den Bürgerschützen heißen Phillipp Schraeder und Ella Ruhwinkel. Wie sich der neue Schützenfestablauf bei den Erwachsenen entwickelt, das kann wohl erst in zwei Jahren gesagt werden.

Foto: Fabian Kronfeld
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